Rittmeister Manfred Freiherr von Richthofen
und sein Fokker Dreidecker

Jeder Luftkrieg hat seine Asse. Im ersten Weltkrieg (1914-1918), als die Fliegerei sich gerade erst von einer Pioniertat zu einer kriegstauglichen Technologie entwickelte, waren Leute wie Boelcke, Richthofen und Immelmann bekannt für ihre Fähigkeiten und ihren Mut.


Der wohl bekannteste Jagdflieger war Manfred Freiherr von Richthofen, den man heute auch als den roten Baron kennt. Diesen Spitznamen bekam er von den Engländern, weil er als Freiherr dem Adel angehörte und weil sein Flugzeug, mit dem er so viele Luftsiege errang, überwiegend rot angemalt war. Tatsächlich war er auch der erfolgreichste Jagdflieger des ersten Weltkrieges.


Zunächst begann er seinen Militärdienst bei der Reiterei im Osten, doch bald interessierte er sich für die Fliegerei und wurde versetzt. Zunächst sollte er auf den zweisitzigen Kampfaufklärern fliegen, aber sein fliegerisches Talent, sein Mut und seine Treffsicherheit brachten ihn bald zu den Jagdfliegern. In der Einheit von Oswald Boelcke, den man auch als den Vater des modernen Luftkampfs bezeichnet und dessen damals von ihm entdeckte und erforschte Prinzipien des Luftkampfes auch heute noch ihre Gültigkeit haben, lernte er Strategie und Taktik des Luftkampfes. Man flog an der Westfront gegen Engländer, Franzosen und amerikanische Freiwillige auf Flugzeugen wie Fokker E.I, Albatros D.II und D.III.


Zu dieser Zeit hatte man ein anderes Verständnis von Luftkämpfen als heute und so wurde ein Befehl, der eigentlich dazu gedacht war, den Flugzeugen einen unauffälligen Sichtschutz zu geben, dazu verwendet, die Flugzeuge bunt und auffällig zu bemalen. Damals wurde die Einheit Jasta 11 auch als „Boelcke‘s fliegender Zirkus“ bezeichnet. Die alliierten Jagdflieger hatten schnell herausbekommen, wer da welche Farben flog und versuchten, die erfolgreichsten Piloten abzuschiessen. Im Falle von Manfred von Richthofen, dessen auffälliges rotes Flugzeug nicht zu übersehen war, misslangen diese Versuche und immer mehr abgeschossene Alliierte Flugzeuge gingen auf sein Konto. Jagdfliegerasse wurden damals wie heute bekannt wie Popstars.


Von Richthofen übernahm nach dem Tod von Boelcke dessen Staffel und bekam später sein eigenes Geschwader.


Im August 1917 lieferte Fokker die ersten Dreidecker zur Erprobung an die Front, ab Dezember wurden sie eingesetzt, nachdem einige konstruktive Mängel noch korrigiert wurden. Durch die 3 Tragflächen hatte das Flugzeug eine geringere Höchstgeschwindigkeit, konnte aber besser steigen und kurven und man hatte wieder ein Flugzeug, dass der englischen Sopwith Triplane gewachsen war. Der Dreidecker war schwierig zu fliegen und so wurde er nur in der Hand von Spezialisten zur gefährlichen Waffe. Für Anfänger war er nicht geeignet.


Von Richthofen ersetzte dann seinen Albatros D.III gegen den Fokker Dr. I und errang einige spektakuläre Luftsiege mit dem Flugzeug. So wurde dann die Legende vollständig.


Am 21. April 1918 ist Manfred von Richthofen gefallen. Er wurde 25 Jahre alt und war mit 80 Luftsiegen der erfolgreichste Jagdflieger der ersten Weltkrieges.


Der Fokker Dreidecker, von dem nur etwa 320 Stück gebaut wurden, wurde in der Zeit von der Front zurückgezogen und durch den einfacher zu handhabenden  und deutlich schnelleren Fokker D.VII ersetzt.


Keine einzige Fokker Dr. I ist erhalten geblieben und so sind alle Maschinen dieses Typs, die heute angeschaut werden können, Nachbauten. Auch sie sind nicht einfach zu fliegen, trotz der zuverlässigeren Motoren.

 

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